Ergänzungen zu den Sendungen

Wir haben einen Beitrag im Programm, der einfach mehr "Raum" benötigt? Hier bieten wir als zusätzlichen Service diese Ergänzungen zu Themen unserer Sendung an. Bilder, zusätzlicher Text und auch O-Töne als Download.

Corona-Virus: Absagen von Veranstaltungen wie Kirchliches Filmfestial, Palmkirmes, Osterfeuer

Öffentliche Veranstaltungen werden bis einschließlich 1. Mai abgesagt

 

 

 

Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen. Das gilt aktuell für die fortschreitenden Infektionen mit dem Corona-Virus. „Ich bin froh, dass sich alle Bürgermeister des Kreises am Donnerstag bei einer Konferenz mit dem Landrat auf eine einheitliche Linie festgelegt haben“, erklärt Bürgermeister Christoph Tesche. Die Linie lautet: Bis einschließlich 1. Mai finden in den Städten des Kreises keine öffentlichen Veranstaltungen statt, die verzichtbar sind.

 

 

 

Wie bereits berichtet bedeutet dies für die aktuell anstehenden großen Events, wie den Circus Roncalli und die Palmkirmes, die Absage. Roncalli kündigte allerdings gestern an, je nach Entwicklung, sein Gastspiel in Recklinghausen nachholen zu wollen. Nach einem geeigneten Termin werde noch gesucht.

 

 

 

Abgesagt wurde gestern das Kirchliche Filmfestival im Cineworld. „Auch das ist bedauerlich, weil sich die Veranstaltung in den vergangenen Jahren enorm entwickelt hat und eine Strahlkraft hat, die weit über die Grenzen der Region hinausgeht“, sagt Christoph Tesche.

 

 

 

Die Entscheidung auf Kreisebene bedeutet auch, dass das große Volksfest zur Eröffnung der Ruhrfestspiele am 1. Mai in diesem Jahr ausfallen muss. „Wie es mit dem Kulturfestival selbst weitergeht, ist noch nicht entschieden. Ein wenig Zeit bleibt auch noch, um die weitere Entwicklung abzuwarten“, sagt Bürgermeister Tesche.

 

 

 

Intendant Olaf Kröck zeigte Verständnis für die Maßnahmen: „Wir bedauern die Absage des Kulturvolksfestes außerordentlich, haben aber vollstes Verständnis für die Entscheidung. Wir hoffen weiterhin, dass wir die Ruhrfestspiele durchführen können und bleiben darum im engen Austausch mit den Behörden. Mein Dank gilt all denen, die im Augenblick mit Weitsicht und großer Verantwortung schwierige Entscheidungen zu treffen haben. Aber es geht hier um mehr als eine tolle Veranstaltung wie das Kulturvolksfest. Die Ruhrfestspiele sind aus einem Akt der Solidarität geboren und werden jetzt alles dafür tun, sich selbst solidarisch zu zeigen“, erklärte Olaf Kröck.

 

 

 

Auf der Liste der abgesagten Veranstaltungen stehen auch die beliebten Tanz-in-den-Mai-Veranstaltungen oder der Frühjahrsputz des Bürgermeisters. Osterfeuer werden untersagt bzw. bereits erteilte Genehmigungen durch den Fachbereich Ordnung widerrufen.

 

 

 

VHS-Veranstaltungen sollen nur bis zu einer maximalen Teilnehmerzahl von 30 Personen stattfinden, gleiches gilt für die Sternwarte oder Angebote in der städtischen Musikschule. Und auch die Teilnehmerzahlen für Hochzeiten werden begrenzt. Mehr als 30 Personen werden nicht zugelassen. Vorzugsweise sollen die Trauungen im Kaminzimmer oder dem Großen Sitzungssaal des Rathauses stattfinden.

 

 

 

Es werden außerdem Listen ausgelegt, in die sich jeder Gast mit Namen, Anschrift und Telefonnummer eintragen muss, der an der Zeremonie teilnimmt. In den nächsten Wochen besteht leider nicht die Möglichkeit, für die Hochzeitsgesellschaften einen Sektempfang im Rathaus durchzuführen. Vielmehr werden die Gesellschaften gebeten, nach der Trauung das Rathaus wieder zu verlassen. „Uns ist bewusst, dass dies drastische Maßnahmen sind, doch erleben wir gerade auch eine außergewöhnliche Situation. Letztlich gilt, dass der Gesundheitsschutz Vorrang hat“, erklärt Martin Groll, Leiter des Standesamtes.

 

Das Bürgermeister-Büro hat die Geburtstagsjubilar*innen des Monats März kontaktiert, um ihnen mitzuteilen, dass aus Sicherheitsgründen die Geburtstagsbesuche durch die Bürgermeister*innen ebenfalls ausfallen. Gerade Senior*innen gehören zur Corona-Risikogruppe und der Bürgermeister und seine Stellvertreter*innen haben eine Vielzahl von persönlichen Kontakten.

 

 

 

Lang ist die Liste der abgesagten Veranstaltungen im Kulturbereich. Allein das Institut für Kulturarbeit muss 24 Konzerte, Theateraufführungen oder Kabarettabende streichen. Die Veranstaltung „Jazz in der Kunsthalle“ muss am Freitag, 13. März, ebenso ausfallen wie das Theater Dionysos im Bürgerhaus Süd. Wer für eine Veranstaltung Tickets erworben hat, wird durch das Institut für Kulturarbeit zeitnah über die Modalitäten der Rückgabe informiert. 

 

 

 

Auch die beliebten Kindertheaterreihen entfallen, in der Stadtbibliothek können drei Lesungen und eine Poetry-Slam-Veranstaltung nicht durchgeführt werden. Die neue Ausstellung in der „Kommunalen Galerie“ im Rathaus wird zwar aktuell gerade eingerichtet, muss aber ohne die übliche Vernissage starten.

 

 

 

In der städtischen Musikschule werden deren Leiter Stefan Prophet und sein Team acht öffentliche Veranstaltungen nicht durchführen. Die Palette reicht vom After-Work-Konzert bis zum Podiumskonzert der Musikschüler*innen am 27. April.

 

 

 

Betroffen sind von der Entscheidung auf Kreisebene auch zahlreiche Veranstaltungen, die der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie auf die Beine gestellt hat. Ein alternativer Gaming-Abend des Kinder- und Jugendparlaments im Rathaus kann ebenso wenig stattfinden, wie ein Theaterstück zum Thema Mediensucht.

 

 

 

Die Stadtverwaltung geht ab sofort auch von sich aus aktiv auf Veranstalter*innen zu, um die Durchführung von größeren Events zu unterbinden. Zum Beispiel gilt das für Vorabi-Feten, die in den nächsten Wochen mit mehreren Hundert Besucher*innen geplant sind. „Wir setzen auf das Verständnis und die Kooperationsbereitschaft von Veranstaltern und Gastronomen. Sollte diese nicht vorhanden sein, müssen wir als Ordnungsbehörde Veranstaltungen per Untersagungsverfügung stoppen“, stellt der Erste Beigeordnete Ekkehard Grunwald klar, der auch Ordnungsdezernent ist. 

 

 

 

Die Wochenmärkte in der Stadt finden vorerst statt. Sie dienen der Versorgung der Bevölkerung. Gottesdienste und Moscheebesuche werden vorläufig nicht eingeschränkt. Die Stadt wird jedoch die Vertreter*innen der Kirchen bzw. der muslimischen Gemeinden kontaktieren und dringend dazu raten, darauf zu achten, dass Abstand gewahrt und die Personenanzahl in Kirchen und Moscheen begrenzt wird. Der Kreis Recklinghausen prüft, ob ein Informationsblatt in türkischer Sprache zur Verfügung gestellt werden kann.

 

Quelle: Stadt Recklinghausen

 


Kreisdechanten und Stadtdechant: Nach Hanau darf es kein 'Weiter so' geben

Mit einer gemeinsamen Stellungnahme reagieren die Kreisdechanten und der Stadtdechant im Bistum Münster auf den Anschlag in Hanau. Die Stellungnahme unterstützen: Christoph Rensing (Borken), Johannes Arntz (Coesfeld), Johannes Mecking (Kleve), Jörg Hagemann (Münster), Jürgen Quante (Recklinghausen), Dr. Jochen Reidegeld (Steinfurt), Peter Lenfers (Warendorf) , Stefan Sühling (Wesel).

 

Die Stellungnahme im Wortlaut lautet im Wortlaut:

 

„Wir müssen uns dem Grauen dieses fürchterlichen Verbrechens stellen, um zu begreifen, dass es kein ‚Weiter so‘ geben darf. Zehn Menschen – viele von ihnen hatten noch ihr ganzes Leben vor sich – sind ermordet worden. Ihnen und ihren Familien gelten in diesen Stunden unsere Gebete und unsere Anteilnahme. Wir schließen darin auch die Verletzten ein.

Mit Worten ist diese Tragödie kaum zu fassen und doch können wir bei Trauer und Betroffenheit nicht mehr stehen bleiben. Der sinnlose Tod dieser Menschen und das dadurch verursachte Leid haben genau wie die zahlreichen Morde und Anschläge der letzten Jahre einen klar erkennbaren Nährboden. Er besteht in einem wachsenden Klima der Intoleranz und des Hasses, das populistische Parteien und rechtsextreme Gruppierungen in die Mitte der Gesellschaft getragen haben.

 

Alle Demokratinnen und Demokraten sind aufgefordert, eindeutig zu reagieren. Wir haben es zu lange hingenommen, dass in sozialen Medien, in politischen Reden von Populisten und Rechtsradikalen ungestraft gegen Menschen mit Migrationshintergrund gehetzt werden kann. Der sachliche und tolerante Austausch von Meinungen und Weltanschauungen ist zu oft einer Unkultur der Hetze, Empörung und Intoleranz gegenüber Andersdenkenden gewichen.

 

Die Lehre aus diesem schrecklichen Verbrechen kann nur sein, dass wir aufwachen und gemeinsam für das eintreten, was unsere freiheitliche Demokratie ausmacht: für eine Kultur der gegenseitigen Achtung; für die Bereitschaft Menschen, die anders leben und denken, zu verstehen und zu tolerieren. Lassen Sie uns gemeinsam neu nach dem suchen, was uns in der Gesellschaft verbindet. Geben wir denen, die spalten und hetzen, keinen Raum. Hass, Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen sich nicht weiter breitmachen. Das sind wir den Opfern von Hanau schuldig. “


St.-Barbara-Kirche in Marl wird in doppelter Funktion genutzt (Sendung vom 24.02.2020)

Bildquelle: Michaela Kiepe / Bischöfliche Pressestelle Bistum Münster
Bildquelle: Michaela Kiepe / Bischöfliche Pressestelle Bistum Münster

Es ist ein besonderer Tag für die Menschen in der Gemeinde St. Barbara in Marl-Hamm. Gemeinsam mit Weihbischof Rolf Lohmann und Pfarrer Ulrich Müller feiern sie den Bestand ihrer Kirche und die Segnung des Kolumbariums. „Das ist im Bistum einzigartig“, erklärt Müller, der sich gemeinsam mit Pastoralreferent Wilhelm Heek und den Gremien der Pfarrei St. Franziskus für diese Lösung stark gemacht hatte. Denn das 2006 eröffnete und bereits 2012 erweiterte Kolumbarium St. Konrad, das ebenfalls zur Pfarrei gehört, wurde zu klein. Die pastorale Begleitung der Trauernden spielte bei dem Konzept von Anfang an eine große Rolle. „Die Gottesdienstgemeinde in St. Barbara wird nun auch durch die Begleitung der Trauernden gewinnen und die Trauernden gewinnen durch die Gemeinde“, ist Heek überzeugt.

 

Auch Weihbischof Rolf Lohmann zeigt sich von dem Zusammenspiel von liturgischem Raum und Kolumbarium begeistert. „Ihre Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. Wir feiern am Altar das Leben. Dies wird auch deutlich, wenn Menschen hier künftig zu Grabe getragen werden“, sagt der Regionalbischof. Schon die ersten Christen hätten nah bei ihren Verstorbenen das österliche Mahl gehalten. In Marl stehe man mit diesem Konzept in einer guten Tradition.

 

Zu Beginn des Gottesdienstes segnet Lohmann zunächst den Altar, den Ambo sowie die Gemeinde. Im Anschluss besprengt er mit dem „lebensspendenden Wasser“ auch den Urnenfriedhof. Vier Wände mit 570 Urnenkammern sind in die Kirche gebaut worden. Sie betonen die außergewöhnliche Architektur des Gotteshauses, das 1958 errichtet wurde. Die Schrifttafeln sind wellenförmig an die Urnenkammern angebracht und greifen den Stil des großen Wandkreuzes in der Apsis auf.

 

„Ihr seid das Licht der Welt.“ Dieser Satz aus dem Matthäusevangelium steht im Mittelpunkt der Predigt des Weihbischof. „Wir erfahren vielfach Dunkelheiten auf unterschiedliche Weise: politisch, gesellschaftlich und auch kirchlich. Wir sehnen uns danach, dass Licht in manche Dunkelheit hineinkommt. Wir brauchen Reformen, neue Wege, Inspiration. Dafür brauchen wir das Licht Jesu Christi“, sagt Lohmann. Die Christen hätten vom Evangelium her den Auftrag, Licht in die Welt zu bringen und Licht in der Welt zu sein. Das könne beispielsweise durch karitatives Engagement geschehen. „Dass die Menschen spüren, dass Christen nicht nur einfach herumsitzen und fromm sind, sondern dass es eine starke Gruppe ist, die bereit ist, das zu leben und umzusetzen, was uns die Texte der heiligen Schrift mit auf den Weg geben“, betont er. Auch seine Teilnahme an der Versammlung des Synodalen Weg am vergangenen Wochenende habe ihn positiv gestimmt. Er habe gemerkt, wie viele Menschen zusammen nach Wegen für die Zukunft gerungen hätten. „Das Licht, von dem wir heute im Evangelium gehört haben, wird ersehnt. Dass wir wieder Wege zu den Menschen finden, dass wir Lichter in einer Welt entzünden, die an vielen Stellen problematisch ist und aus den Fugen gerät, damit eine neue Kreativität entstehen kann“, lässt Lohmann die Gläubigen an seinen Erfahrungen teilhaben. Abschließend nimmt er Bezug auf die Ruhestätte in der Kirche und sagt: „Wir sind berufen zum ewigen Leben. Wenn wir am Altar den Tod und die Auferstehung feiern, dann wissen wir, dass die Menschen, die hier bestattet werden, an diesem österlichen Geheimnis Anteil haben. Sie sind umfangen vom Licht Gottes und erfahren etwas von diesem Licht, weil sie durch das Dunkel des Todes hindurchgehen in die neue Wirklichkeit.“ Er ruft die Gläubigen auf, sich von dem starken Wort Jesu anstiften zu lassen, damit die Menschen spüren könnten, die Christen nähmen ihren Auftrag wahr. „Licht für die Welt zu sein und diese Welt heller zu machen, als sie uns mitunter erscheint“, schließt er seine Predigt.

 

Nach dem Gottesdienst bedankt sich Kirchenvorstandsmitglied Jörg Kaczor besonders bei der jungen Architektin Anika Müller aus Gelsenkirchen. „Sie war mit Herzblut dabei. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Durch ihre Arbeit hat der Kirchenraum dazugewonnen“, lobt er die Arbeit. Mit der zusätzlichen Nutzung sei auch die Zukunft der Kirche in der Waldsiedlung gesichert.

 

(Michaela Kiepe, Bischöfliche Pressestelle des Bistum Münster)

Recklinghausen: Friedhain auf dem Quellberg Friedhof (Sendung vom 23.12.2019)

Foto: Stadt Recklinghausen
Foto: Stadt Recklinghausen

Mit dem Friedhain auf dem Ostfriedhof sind Baumbestattungen nun auf sechs Flächen auf kommunalen Friedhöfen in Recklinghausen möglich. Aufgrund des anhaltenden Trends zu naturnahen Bestattungen und der hohen Nachfrage nach Baumbestattungen haben die Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen (KSR) das Angebot stark ausgeweitet.

 

Die Baumbestattung ist eine naturnahe und pflegefreie Alternative zum klassischen Grab und wird möglichst wohnortnah auf den Stadtteilfriedhöfen angeboten. Neben dem Ostfriedhof ist dies auf dem Waldfriedhof, Nordfriedhof, Friedhof Suderwich, Südfriedhof und Zentralfriedhof möglich.

 

Auf dem Ostfriedhof stehen auf der rund 1.000 Quadratmeter großen Fläche an zwei Bestandsbäumen, einer Rotbuche und einer Hainbuche, und den neu gepflanzten Säulenbuchen zunächst 69 Urnengräber und neun Sarggräber zur Verfügung – mit Aussicht auf eine spätere Erweiterung. Die Gräber sind rund um die Bäume angeordnet. In den Friedhainen werden Nutzungsrechte an einer Baumgrabstätte erworben. Darin ist Platz für bis zu zwei Urnen. So sind nicht nur Einzel-, sondern auch Paarbestattungen möglich.

 

„Bei der Baumbestattung gibt es keinen Grabstein, um Blumen oder Ähnliches abzulegen“, sagt Pawlowski. „Wir wissen aber aus Erfahrung, dass Orte der Trauer und des Abschieds für die Hinterbliebenen sehr wichtig sind. Deshalb gibt es eine ansprechend gestaltete Fläche für Grabschmuck, auf der wir naturbelassene Basalt-Stelen errichtet haben.“ An diesen Stelen werden Messingschilder mit den Namen und Daten der Verstorbenen angebracht.

 

Die Gebühren für die Nutzungsrechte an einem Baumgrab für bis zu zwei Urnen betragen ab 1. Januar 2020 1.815,75 Euro, an einem Baumgrab für eine Sargbestattung 2.464,25 Euro. Die Ruhefrist beträgt 25 Jahre, das Nutzungsrecht kann aber darüber hinaus verlängert werden.


Seit Januar 2018 gibt es neben der Urnenbestattung auch die Erdbestattung im Sarg. Diese Gräber werden innerhalb der Baumbestattungsflächen am Weg angelegt. „Die Grabstelle kann in einem persönlichen Termin mit unseren Mitarbeitenden vor Ort ausgesucht werden“, erklärt Sandra Pawlowski, Abteilungsleiterin Friedhöfe. Der Vorerwerb von Baumgräbern ist schon zu Lebzeiten möglich. Alle Friedhaine sind über befestigte Friedhofswege barrierefrei zu erreichen.

Grußwort des Recklinghäuser Bürgermeister Christoph Tesche zum Chanukka-Fest (Sendung vom 23.12.2019)

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,  

 

am Sonntagabend, 22. Dezember, ist es wieder soweit: Das alljährliche Chanukka-Fest beginnt mit dem Entzünden der ersten Kerze. In den darauffolgenden acht Tagen feiern unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger das Lichterfest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem. Der Tempel ist im jüdischen Glauben ein bedeutendes Heiligtum.

 

Ich freue mich sehr, dass das religiöse Leben hier in Recklinghausen so vielfältig ist und zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Religionen ein Austausch stattfindet, der beweist, dass sie einander respektieren und wertschätzen. Egal welcher Religion oder welchem Kulturkreis wir angehören: Wir tragen gemeinsame Verantwortung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in Recklinghausen und in der Welt.

 

Der jüngste feige Anschlag auf die Synagoge in Halle hat auch in Recklinghausen für Entsetzen gesorgt und bestätigt uns als Stadt einmal mehr darin, jegliche Form von Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen. In Recklinghausen ist kein Platz für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns Recklinghäuserinnen und Recklinghäusern weiterhin eine schöne, gemeinsame und friedliche Zukunft und unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern alles Gute zum Chanukka-Fest.

 

„Chanukka Sameach!“


Zum Tag des Ehrenamtes am 5.12.2019  (Sendung vom 9.12.2019)

Foto: Stadt Recklinghausen
Foto: Stadt Recklinghausen

Liebe Recklinghäuserinnen und Recklinghäuser,

 

heute, am 5. Dezember, ist der Internationale Tag des Ehrenamtes. Auch in unserer Stadt gibt es viele Menschen, die sich uneigennützig engagieren.

 

Egal, ob sie in einem Sportverein den Nachwuchs betreuen, sich in der Seniorenarbeit engagieren, Flüchtlingen bei der Integration helfen oder sich in den Bereichen Kultur, Tierschutz, Obdachlosenhilfe, Umwelt oder Politik einbringen – die Liste ließe sich fortführen - viele Bürger*innen leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gemeinschaft. Das Ehrenamt ist sozusagen der Kitt, der unsere Stadtgesellschaft zusammenhält. Die Skulptur „Bürger tragen ihre Stadt“ von Heinrich Brockmeier, die vor unserem schönen Rathaus steht, symbolisiert aus meiner Sicht Ihr Engagement in idealer Weise.

 

Bei meinen vielen Terminen und Begegnungen erlebe ich immer wieder, wie viel Zeit Ehrenamtliche investieren, um unentgeltlich und kontinuierlich dazu beizutragen, dass unsere Stadt so lebens- und liebenswert ist und bleibt. Deshalb werde ich auch nicht müde, wann immer sich Gelegenheit dazu bietet, diese engagierten Menschen zu loben und dafür zu werben, ihnen nachzueifern. Ich bin mir sicher, viele von ihnen erleben im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements viele positive Momente und machen Erfahrungen, die ihr Leben bereichern.

 

Wir haben auf meine Initiative unterschiedliche Plattformen geschaffen, auf denen wir uns als Stadt offiziell in einem angemessenen Rahmen bedanken. So wurden erst jüngst wieder im Rathaus ehrenamtlich tätige Kinder und Jugendliche von mir ausgezeichnet. Es ist mir jedoch ein besonders Anliegen, am Internationalen Tag des Ehrenamtes allen engagierten Menschen in unserer Stadt persönlich Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz zu sagen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Christoph Tesche

Bürgermeister der Stadt Recklinghausen (Anm.d.Red.)


Podiumsdiskussion zu Missbrauch im Kreis Recklinghausen (Sendung vom 9.12.19)

Peter Frings und Weihbischof Dr. Zekorn bei der Podiumsdiskussion in Recklinghausen
Peter Frings und Weihbischof Dr. Zekorn bei der Podiumsdiskussion in Recklinghausen

Mittwochabend (27.11.2019) fand eine Podiumsdiskussion im Petrushaus der Gemeinde St. Peter in Recklinghausen statt. Fragen beantworteten unter anderem Weihbischof Dr. Stefan Zekorn als Vertreter von Bischof Genn des Bistum Münster und Interventionsbeauftragter Peter Frings.

 

Grundlage der Diskussion waren die in der vergangenen Woche veröffentlichten Informationen über die Weiterbeschäftigung eines Priesters beim Erzbistum Köln, Bistum Essen und Bistum Münster, unter anderem in der Pfarrei Petrus-Canisius in Recklinghausen. Trotz zweifacher Verurteilung des Priesters in den Jahren 1972 und 1988 wegen sexueller Handlungen und fortgesetzter sexueller Handlungen an Kindern war Priester A. in Recklinghausen als Pfarrverwalter von 1978 bis 1988 tätig. Es erfolgten diverse Weiterbeschäftigungen in anderen Städten, bis sich 2002 Pfarrer A. aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand verabschiedete.

 

Im Mai 2019 erreicht Frings ein Schreiben mit Informationen über sexuelle Handlungen des besagten Priesters. Zusätzlich zur staatlichen Strafverfolgung erfolgt eine kirchenrechtliche Untersuchung.

„Nicht aufgrund von Druck handeln wir, sondern dank des Drucks können wir endlich handeln“, betont Weihbischof Dr. Zekorn. Es stellt sich die Frage, ob die autoritäre Struktur des kirchlichen Systems derartige Vorfälle vertuscht hat und was die Konsequenzen für zukünftige Handlungsschritte in dieser Hierarchie sind. Der Weihbischof bekräftigt „so etwas darf nie wieder passieren“. Schlüsselbegriff der Diskussion war das Wort „bemühen“. „Fehler haben eindeutig stattgefunden“, so Dr. Zekorn. „Wir bemühen uns um Transparenz, Konsequenz im Täterumgang und eine unabhängige Aufarbeitung im Sinne der Betroffenen.“

 

Der Interventionsbeauftragte informiert darüber, dass in den Aufarbeitungsprozessen der Wille der Betroffenen an oberster Stelle steht. Wünschen die Betroffenen eine Veröffentlichung der Tatsachen, so erfolgt eine Anzeige durch die Staatsanwaltschaft und damit ein Verfahren. Sprechen sich die Betroffenen gegen eine Veröffentlichung aus, so vermittelt das Bistum dennoch sogenannte Opferanwälte, wofür die Kosten vom Bistum übernommen werden. Ohne Veröffentlichung erfolgt auch keine Meldung bei der Staatsanwaltschaft und die Betroffenen müssen sich im Laufe eines Verfahrens den Erfahrungen nicht noch einmal stellen. Arbeitsrechtliche Maßnahmen werden in jedem Fall durchgeführt.

Weitere Maßnahmen sind die Unterstützung bei Anträgen für eine therapeutische Behandlung. Auch hier werden die Kosten vom Bistum übernommen.

 

Die Pastoralreferentin der Gemeinde Liebfrauen, Judith Pieper, berichtet über das Schutzkonzept des Bistum Münster, welches präventiv vor derartigen Ereignissen schützen soll. In diesem Konzept werden deutliche Regeln vorgegeben – so müssen Angestellte für den Bereich Kinder- und Jugendarbeit neben dem polizeilichen Führungszeugnis die Teilnahme an einer Präventionsschulung bestätigen und alle fünf Jahre auffrischen. Ziel ist eine Sensibilisierung für grenzüberschreitendes Verhalten. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.praevention-im-bistum-muenster.de.

 

Martin Schmitz, Vertreter der Selbsthilfe Rhede, informiert über die Selbsthilfegruppe zum sexuellen Missbrauch. Mit dem Motto „Wir brechen das Schweigen“ ruft er auf, sich zu organisieren und Kontakt zu suchen. Auch eine regionale Ausweitung des Angebots wäre denkbar. Mehr unter www.selbsthilfe-rhede.de.

 

Abschließende Worte mit gewaltiger Deutlichkeit erbrachte ein Betroffener. „Bischof Genn soll den Bischofsstuhl freigeben!“. Die Entschuldigungen des Bistums seien schwer ertragbar. Die Abwesenheit von Bischoff Genn bei allen öffentlichen Terminen zu dem Thema wurde stark kritisiert. Die Fragen, inwieweit er Kenntnis von den Tatsachen hatte, blieben mit Unklarheit und Vermutungen stehen. - Redakteurin: Ann-Christin Bergau


20 Jahre "Spirit of Joy" -
Beitrag aus der Sendung vom 25.02.2019

Redakteurin: Ann-Christin Bergau

 

 

 

 

Zu Besuch bei der Chorprobe des Gospelchors „Spirit of Joy“ in Recklinghausen

Am Dienstagabend durften wir bei der Probe des Recklinghäuser Gospelchors „Spirit of Joy“ dabei sein.

 

Freundlich und offen empfingen uns Frau Möller und Herr Klee, welche uns Fakten und Details rund um den Chor verrieten.

 

Seit rund 20 Jahren gibt es den Gospelchor in Recklinghausen, ins Leben gerufen von der Musiklehrerin Andrea Möller und dem damaligen Pfarrer der Gastkirche, Bernhard Lübbering. 1998 startete das Projekt mit 13 Mitgliedern, heute sind 53 Männer und Frauen Teil des „Spirit of Joy“.

 

Den Ursprung hat der Gospel in der afrikanischen Kirchenmusik mit Zügen des Jazz und des Blues. Diese Musikrichtung bahnte sich in den 1990er Jahren ihren Weg nach Europa, vor allem in Skandinavien erfreute sich die Gospelszene großer Beliebtheit. Etwa zeitgleich eroberte der Film „Sister Act“ die Kinos – „ob hier ein „Stein ins Rollen“ gebracht wurde?“, fragen wir. Möller erwidert schmunzelnd, dass eben die Grundschritte und das Klatschen, ähnlich wie in dem Film Sister Act, ein Stück lebendig machen. Für sie hat der Gospel sich im Laufe der Jahre verändert: Er vereint traditionelle Stücke wie „Go down Moses“ mit moderner Musik.

 

Dies zeigen die Sängerinnen und Sänger des „Spirit of Joy“ im drei- bis fünfstimmigen Satz, bei Auftritten für die Gastkirche immer am 1. Advent in der Gemeinde St.Peter und Pfingstsamstag in der Gymnasialkirche. Im Jahr 2018 gab es weitere Auftritte, zum Beispiel am Katholikentag (politisches Nachtgebet von Pax Christi in der Petrikirche in Münster), ein Benefizkonzert zu Gunsten des "Gartens der Religionen" in St. Franziskus sowie ein Auftritt beim "Herbstgeflüster" in Castrop-Rauxel.

 

Außerdem füllt sich der Veranstaltungskalender der 14 (!) Männer und 39 Frauen mit Auftritten auf Hochzeiten oder privaten Veranstaltungen, so Andrea Möller weiter.

 

Es ist 19.30 Uhr und langsam füllt sich die Gastkirche. Wir nutzen die Gelegenheit und interviewen die Chormitglieder, was sie zum Gospel bewegt hat. Frau Jahn ist seit einem halben Jahr dabei. Sie schätzt die Unterschiede in der Musikrichtung.

 

Annette Katter, die seit 21 Jahren dabei ist, ergänzt, die Freude am Singen. Zudem sei das Singen positiv für die Atmung und es hebt die Stimmung. „Es ist eine schöne Art zu singen und man kann einfach einsteigen“, schwärmt Fatter. „Im Vordergrund steht die Freude“.

 

Gerd Pieker, seit 20 Jahren Teil des „Spirit of Joy“, berichtet uns von der tollen Gemeinschaft. Er unterstützt Andrea Möller und ihre Begleitung auf dem Klavier, teilweise mit der Trommel. Ein weiteres Gründungsmitglied, Klaudia Wirrer kommt extra aus Dorsten zu den Proben. Die Lebendigkeit des Gospel, die Gemeinschaft und auch die Freundschaft stehen für sie mit der Qualität des Chors im Mittelpunkt.

 

Das älteste Mitglied, Herr Dr. Eberhard Blank, ist 88 Jahre alt und durch seine Enkeltochter an den Gospel gekommen. Er fuhr sie vor einigen Jahren zu den Proben und wartete mit ihr. Er war direkt so begeistert, dass er blieb.

 

Wenn wir uns in der Gastkirche umsehen, sind nicht mehr viele Stühle frei. Wir fragen nach, ob es noch Plätze gibt und was man mitbringen muss. „Gerne kann sich noch der ein oder andere Mann melden, aber willkommen ist jeder. Man muss keine Aufnahmeprüfung machen. Erfahrung ist schön aber kein Muss. Schön, wenn man die englische Sprache beherrscht.“, erklärt Frau Möller. Herr Klee ergänzt: „Die Freude an der Musik und an der Gemeinschaft stehen im Vordergrund.“

 

Wir fragen, ob der Glaube Voraussetzung ist, um Teil des „Spirit of Joy“ zu werden. Frau Möller erklärt, dass die Chormitglieder alle unterschiedliche Konfessionen haben und jeder willkommen ist, eine kirchliche Grundhaltung aber von Vorteil sein kann. „Aber vielleicht kommt man ja durch den Gospel an den Glauben“.

 

Welche Ziele haben die Sängerinnen und Sänger für die nächsten Jahre? Neben Auftritten vor 400 Menschen steht für alle fest: „Wir wollen so glücklich bleiben“.

 

Damit endet unser Interview und der Chor lockert sich mit Stimm- und Atemübungen auf. Wir dürfen zuerst das Lied „Come let us sing“, durch Andrea Möller am Klavier und Herrn Pieker an der Trommel begleitet, hören. Danach folgt „Kyrie eleison“, ein afrikanisches Gospellied.

 

Nach den zwei Liedern können wir nun verstehen, was die Sängerinnen und Sänger meinten – dieser Chor strahlt viel Energie und Freude aus. Es war eine tolle Atmosphäre und wir blickten ausnahmslos in fröhliche Gesichter. Wir freuen uns auf den nächsten Auftritt von „Spirit of Joy“ und werden bestimmt dabei sein!